Full-HD Beamer – Gerätevergleich mit 1080p

Beginnend mit der Fernsehtechnik sind seit längerer Zeit Begriffe wie HDTV, FullHD oder HDReady 1080 bekannt. Beispiele hierfür sind Computermonitore, digitale Kameras, Beamer und Präsentationssysteme.
Während HDTV lediglich ein Oberbegriff ist, unter dem verschiedene Techniken der Fernsehbilddarstellung im 16:9 Format zusammengefasst werden, ist FullHD etwas präziser gefasst. Mit dem Logo „HDReady 1080p“ des Branchenverbandes EICTA wird ein Gerät ausgezeichnet, welches über eine digitale Schnittstelle Signale mit 1080p bei 50,60 oder 25 Hz entgegennehmen kann.

Full-HD sollte als Standard gesehen werden und durfte in unserem Beamer Test nicht fehlen.

Full-HD Beamer Direktvergleich – TOP5

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Bedeutung von FullHD und Formaten

Seit dem Siegeszug digitaler Bildschirmausgänge ist FullHD als 1920×1080 eine etablierte Größe bei gängigen Bildschirmauflösungen. Diese Auflösung stellt das Maximum dar, was ein gängiger analoger Bildschirmausgang (VGA) ausgeben kann. Bereits bei dieser Menge an Bildpunkten ist analoge Übertragungstechnik an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt. Der Sprung von analogen Fernsehen mit dem PAL-Verfahren über die Qualität einer DVD (720×576,PAL) zu höheren Auflösungen bedeutet auch die Übertragung höherer Datenmengen. Zur Bewältigung dieser ist eine digitale Schnittstelle vonnöten. Mit DVI wurde im Computerbereich der erste Schritt getan, danach folgten HDMI und Displayport.

Beamertechniken und technische Details

Ein Beamer besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: Einer Lichtquelle, dem eigentlichen Bildwandler und der Projektionsoptik.

Lichtquellen

Herkömmliche Beamer werden mit Glühlampen erleuchtet, während modernere Varianten zur Lichterzeugung LED oder spezielle Halbleiter verwenden. Letztere werden stellenweise als „Laser-Beamer“ bezeichnet. Eine klassische Glühlampe hatte lange Zeit den Vorteil simpler Konstruktion und hoher Lichtstärken. Nachteilig bei Glühlampensystemen ist die hohe Abwärme.

Um diese abzuführen, sind oft große Gehäuse für Kühlkörper und Ventilator erforderlich nebst dadurch entstehender Geräuchentwicklung.

Neuere Systeme nutzen LED zur Lichterzeugung. Vorteil ist hier die bessere Energieeffizienz und somit effizientere Kühlung. Weiterhin lassen sich die benötigten Farben für ein RGB-Bild aus verschiedenen LED gewinnen, was ein Aufsplitten weißen Lichtes erspart. Die Lebensdauer eine LED ist höher als die einer Glühlampe. Eine LED lässt sich meist nicht oder nur mit hohem Aufwand wechseln, was bei Lebensdauerende in vielen Fällen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.

Die neueste Entwicklung nutzt Halbleiter zur Erzeugung von Laserstrahlen, die spezielle Leuchtmittel anregen. Diese Systeme sind allerdings teuer und vorwiegend auf den professionellen Bereich beschränkt, da sie aufgrund der Lasertechnik bei höheren Lichtstärken eine entsprechende Ausbildung des Betreibers voraussetzen.

Bildwandlertechniken

Gängige Beamer besitzen als Bildwandler in der Regel LCD-basierte Technik oder DLP-Systeme. Bei einer Bildgebung via LCD wird das Licht ähnlich wie bei einem Diaprojektor durch eine LCD-Matrix abgestrahlt, die durch Transistoren angesteuert werden. Gängige Geräte benutzen hier für jede Farbe eine eigene Matrix und setzen dann das Bild mit Spiegeln aus diesen Farben zusammen. Dieses bietet Vorteile bei der präziseren Bildwiedergabe gegenüber einer einzigen Matrix. Einige Hersteller behaupten, das Single-Matrix-Verfahren soweit weiterentwickelt zu haben, dass dieses in Farbgüte den Mehrfach-Matrix-Geräte nicht nachsteht. Vorteil ist hier die relativ einfache Technik, Nachteil der sog. „Fliegengittereffekt“, da die Bildpunkte zueinander einen gewissen technisch bedingten Abstand haben.

Eine Abwandlung der LCD-Technik ist LCoS, welches unter verschiedensten Markennamen eingesetzt wird. Hier werden LCD-Panels reflexiv geschaltet, welches eine etwas höhere Lichtausbeute gestattet und aufgrund optimierten Strahlenganges den Fliegengittereffekt verringert.
DLP-Systeme bestehen aus einer Ansammlung kleinster Spiegel im Strahlengang. Diese werden durch ein „Digital Micromirror Device“ (DMD), einer integrierten Schaltung, gesteuert. Pro Farbe und Bildpunkt wird ein Miniaturspiegel geschwenkt und lässt hier Licht durch oder blockiert dieses. Die Helligkeit wird durch schnelles Pulsieren der Mikrospiegel geregelt, die bis zu 5000mal pro Sekunde schalten können. Die Farbtrennung erfolgt hier mittels eines rotierenden Farbrades, durch das die Lichtquelle geleitet wird. Hochwertige Systeme arbeiten statt eines Farbrades mit drei separaten Lichtquellen in der jeweilgen Farbe. Einfache Systeme weisen hier als Nachteil den sog. „Regenbogeneffekt“ bei langsam drehenden Farbrädern auf.

Bei Laserprojektoren besteht der Bildwandler in der Regel aus speziell angepassten, herstellerspezifischen Modulationseinheiten, die mit einer etwaigen Pulsation des Laserstrahls synchronisiert werden.

Projektionsoptik

Hier bestehen in der Ausstattung der Beamer grundsätzlich zwei Typen: Normaldistanz- und Ultrakurzdistanztypen. Erstere werden in einer Entfernung von ggf. mehreren Metern zur Projektionsoberfläche aufgestellt und erlauben eine Größenregelung des Bildes in einem weiten Bereich. Ultrakurzdistanzsysteme werden teilweise einen halben Meter vor der Projektionsfläche aufgestellt und weisen in der Regel eine nur wenig veränderbare Bildgröße auf. Vorteil hiervon ist, dass in Besprechungsräumen keine unerwünschte Schattenbildung erfolgt, wenn sich ein Vortragender zwischen Beamer und Leinwand läuft. Weiterhin ist eine geringere Lichtstärke für die gleiche Beleuchtungshelligkeit erforderlich, da das Licht weniger streut. Nachteilig ist, dass ein solches System sehr präzise ausgerichtet werden muss.

Käufertypen und Einsatzgebiete

FullHD-Beamer sind speziell im Businessumfeld interessant. Im Besprechungsraum lassen sich komplexe Präsentationen, Screenshots oder Excel-Sheets komplett zeigen, ohne mehrfach zoomen zu müssen. Business-Notebooks der gängigsten Hersteller besitzen ebenfalls seit einigen Jahren FullHD-Displays- hier kann der Vortragende die native Auflösung 1:1 auf den Beamer schalten, ohne dass sein Notebook umskalieren muss. Durch Kurzdistanzsysteme sind bei modernen FullHD-Beamern verhältnismäßig leise und lichtstarke Beamer erhältlich, die Präsentationen bei Tageslicht erlauben.
Heimcineasten haben ebenfalls die Möglichkeit, ihre Filme in bester Auflösung zu genießen. Voraussetzung sind allerdings hoch auflösende Zuspieler wie Bluray, HD-DVD oder Streamingdienste mit entsprechendem Material. Beamer für diesen Einsatzzweck sind oft auf niedrige Lautstärke ausgelegt und benötigen aufgrund der Abdunkelbarkeit eines Heimkinos nur moderate Lichtleistung. Hierdurch ist auch durch eine moderate Ausstattung mit Schnittstellen ein für Privatanwender attraktiver Preis zu erzielen.

Anschlussmöglichkeiten der Zuspieler

Der klassische Anschluss im FullHD-Bereich ist HDMI. Dieser digitale Anschluss ist weitgehend verfügbar, angefangen von Computergrafikkarten über Bluray-Player wie auch sonstigen gängigen Fernsehreceivern oder Settop-Boxen. Digitale Fernseher und Computernmonitore verfügen ebenfalls in der Regel über HDMI. Aus Kompatibilitätsgründen zu älteren Notebooks sollte idealerweise ein analoger VGA-Anschluss vorhanden sein. Eine Ausstattung mit dem in älteren Computern noch verwendeten DVI oder modernem Displayport ist nur in speziellen Fällen sinnvoll, die meist im Businessumfeld auftauchen können. In einigen Anwendungen sind auch Dongles verfügbar, die drahtloses Zuspielen via Miracast oder Chromecast ermöglichen, was die Verkabelung reduziert.

Fazit

Der Markt der FullHD-Beamer gliedert sich grob in zwei große Segmente: Businessanwendungen und Heimcineasten.
Im Businesssegment punkten Beamer mit zusätzlichen Eigenschaften wie einem zweiten HDMI-Port, drahtloser Zuspielung und Fernwartungsmöglichkeiten. Befestigung an der Decke ist in diesem Segment selbstverständlich, ebenso ein möglichst leises System. DLP oder LCD ist oftmals eine Philosophiefrage, da hochwertige Systeme nur wenig von den typischen Nachteilen der jeweiligen Technologie zeigen.
Heimcineasten orientieren sich vordringlich am Preis und der (noch akzeptablen) Lautstärke sowie den Platzverhältnissen. Da bei einer Filmvorführung das Zimmer abgedunkelt werden kann, ist die Leuchtstärke oft nachrangig. Laser-Systeme sind vielversprechend, aber meist nur im professionellen Bereich oder für Enthusiasten interessant.